Zitate:K/Kurt Tucholsky/

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Kurt Tucholsky - deutscher Schriftsteller (1890 - 1935)

Zitate

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[#3261]

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
[#3262]

Mensch: ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen läßt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.
[#3263]

Wer die Enge seiner Heimat begreifen will, der reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.
[#3264]

Wenn man einen Menschen richtig beurteilen will, so frage man sich immer: "Möchtest du den zum Vorgesetzten haben?"
[#3265]

Frauen: die Holzwolle in der Glaskiste des Lebens.
[#361]

Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muß sie allein machen.
[#362]

Kluge Leute können sich dumm stellen. Das Gegenteil ist schwieriger.
[#363]

Wenn ein Mensch ein Loch sieht, hat er das Bestreben, es auszufüllen. Dabei fällt er meistens hinein.
[#364]

Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.
[#365]

Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
[#366]

Volkswirtschaft ist der Zeitpunkt, an dem die Leute anfangen, darüber nachzudenken, warum sie so wenig Geld haben.
[#367]

Man fällt nicht über seine Fehler. Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen
[#368]

Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seinen gut.
[#369]

Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.
[#370]

Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.
[#371]

Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille.
[#372]

Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.
[#373]

Die Frauen haben es ja von Zeit zu Zeit auch nicht leicht. Wir Männer aber müssen uns rasieren.
[#374]

Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine Weltanschauung.
[#375]

Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Nur \'zwar - aber\', das ist nie richtig.
[#376]

Überschrift eines demokratischen Leitartikels: Jein! - !
[#377]

Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen - und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.
[#378]

Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.
[#379]

Das ärgerliche am Ärger ist, daß man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
[#380]

Deutschlands Schicksal: Vor dem Schalter zu stehen. Deutschlands Ideal: Hinter dem Schalter zu sitzen.
[#381]

Wer in einem blühenden Frauenkörper das Skelett zu sehen vermag, ist ein Philosoph.
[#382]

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!
[#383]

Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.
[#384]

Der eigene Hund macht keinen Lärm - er bellt nur.
[#385]

Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg.
[#386]

Wie der kleine Moritz sich die Weltgeschichte vorstellt, so ist sie auch.
[#387]

Wenn die Amerikanerin so lieben könnte, wie die Deutsche glaubt, daß die Französin es täte - dann würde sich die Engländerin schön freuen. Sie hätte einen herrlichen Anlaß, sich zu entrüsten.
[#388]

Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit und ihre Brutalität Ignoranz.
[#389]

Wer in der Öffentlichkeit Kegel schiebt, muß sich gefallen lassen, daß nachgezählt wird, wieviel er getroffen hat.
[#390]

Man hebt einen Stand am besten dadurch, daß man sich eine gute Konkurrenz schafft.
[#391]

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist.
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