Zitate:F/François Duc de La Rochefoucauld/

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François Duc de La Rochefoucauld - französischer Schriftsteller (1613 - 1680)

Zitate

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[#2418]

Es ist viel leichter, einen ersten Wunsch zu unterdrücken, als sich die Wünsche zu erfüllen, die der erste nach sich zieht.
[#2419]

Das Vertrauen gibt dem Gespräch mehr Stoff als Geist.
[#2420]

Wenn wir keine Fehler hätten, würden wir nicht mit so großem Vergnügen Fehler bei anderen entdecken.
[#2421]

Die Bescheidenheit ist wie die Enthaltsamkeit: man würde wohl gerne mehr essen, fürchtet aber, daß es einem übel bekommt.
[#2422]

Der Beifall, der neuen Größen gespendet wird, entstammt nur zu oft dem Neid auf die bereits vorhandenen.
[#2423]

Gekünstelte Einfalt ist eine feine Heuchelei.
[#2424]

Ein geistreicher Mensch wäre oft recht in Verlegenheit ohne die Gesellschaft der Dummköpfe.
[#2425]

In der Freundschaft wie in der Liebe ist man oft glücklicher durch das, was man nicht weiß, als durch das, was man weiß.
[#2426]

Wir lieben immer die Menschen, die uns bewundern. Aber nicht immer die, die wir bewundern.
[#2427]

Mit nichts ist man freigebieger als mit gutem Rat.
[#2428]

Würde ist eine körperliche Kunst, erfunden um die Mängel des Geistes zu verbergen.
[#2429]

Der Gleichmut der Weisen ist nichts als die Kunst, seine Erregung im Herzen zu verschließen.
[#2430]

Mit der wahren Liebe ist\'s wie mit den Geistererscheinungen: alle Welt spricht darüber, aber wenige haben etwas davon gesehen.
[#2431]

Man weist ein Lob zurück in dem Wunsch, nochmals gelobt zu werden.
[#2432]

Warum können wir uns an die kleinste Einzelheit eines Erlebnisses erinnern, aber nicht daran, wie oft wir es ein und derselben Person erzählt haben?
[#2433]

Aus manchen schwierigen Lebenslagen kann man sich nur mit ein wenig Tollheit retten.
[#2434]

Die Torheit begleitet uns in allen Lebensperioden. Wenn einer weise scheint, liegt es daran, daß seine Torheiten seinem Alter und seinen Kräften angemessen sind.
[#2435]

Oft verliert man sich nur deshalb nicht in einem Laster, weil man mehrere hat.
[#2436]

Die Philosophen verdammen den Reichtum nur, weil wir ihn schlecht gebrauchen.
[#2437]

Damit wir immer gut sein können, müßten die anderen glauben, niemals ungestraft gegen uns böse sein zu können.
[#2438]

Man gibt Ratschläge, aber die Ausführung bringt man keinem bei.
[#2439]

Man sollte sich darüber wundern, daß man sich überhaupt noch wundern kann.
[#2440]

Man kann schlauer sein als ein anderer, aber nicht schlauer als alle anderen.
[#2441]

Es ist beschämender, seinen Freunden zu mißtrauen, als von ihnen getäuscht zu werden.
[#2442]

Es gibt viele Mittel gegen die Liebe, aber keins ist unfehlbar. (Reflexionen)
[#2443]

Liebe und Klugheit sind nicht füreinander gemacht: Wächst die Liebe, so schwindet die Klugheit.
[#2444]

Man darf sich nicht kränken, wenn uns andere nicht die Wahrheit sagen, denn wir sagen sie uns oft selber nicht.
[#2445]

Greise geben gern gute Lehren, um sich zu trösten, daß sie nicht mehr imstande sind, schlechte Beispiele zu geben.
[#2446]

Wenn wir unseren Leidenschaften widerstehen, danken wir es mehr ihrer Schwäche als unserer Stärke.
[#2447]

Wir würden uns oft unserer schönsten Taten schämen, wenn die Welt alle Beweggründe sähe, aus denen sie hervorgehen.
[#2448]

Trennung läßt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.
[#2449]

Das beste Mittel, um getäuscht zu werden, ist, sich für schlauer zu halten als die anderen.
[#2450]

Kleine Fehler geben wir gern zu, um den Eindruck zu erwecken, wir hätten keine großen.
[#2451]

Heuchelei ist eine Huldigung, welche das Laster der Tugend darbringt.
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